Flugentschädigung: Anwalt, Claim Company oder selbst einreichen?
Ihr Flug war verspätet oder annulliert — und jetzt fragen Sie sich, wie Sie am besten zu Ihrer Entschädigung kommen. Drei Wege stehen zur Wahl: selbst einreichen, eine Claim Company beauftragen oder einen Anwalt einschalten. Jeder Weg hat seine Berechtigung. Dieser Artikel hilft Ihnen, die richtige Entscheidung für Ihre Situation zu treffen.
Option 1: Selbst einreichen
Das DIY-Verfahren ist die günstigste Option — aber auch die aufwändigste. Sie behalten 100% der Entschädigung, müssen aber Schreiben formulieren, Fristen überwachen und ggf. Schlichtungsverfahren oder Mahnbescheid selbst anstoßen.
Vorteile
- 100% der Entschädigung bleibt bei Ihnen
- Volle Kontrolle über das Verfahren
- Keine Provision
Nachteile
- Zeitaufwand: 2–10 Stunden für Recherche, Schreiben, Nachfassen
- Stress und Frust bei unkooperativen Airlines
- Juristische Kenntnisse hilfreich, aber nicht immer vorhanden
- Höheres Risiko, Fristen zu verpassen oder Fehler zu machen
- Bei hartnäckigen Airlines oft ohne Ergebnis
Für wen geeignet? Wenn Sie Zeit haben, gut organisiert sind und die Airline kooperativ erscheint (z.B. bei Lufthansa, die oft schnell zahlt).
Option 2: Claim Company beauftragen
Claim Companies (auch Fluggastrechte-Portale genannt) haben sich auf die Durchsetzung von EU261-Ansprüchen spezialisiert. Sie arbeiten auf Erfolgsbasis: Sie zahlen nur, wenn Sie Geld bekommen.
So funktioniert es
- Sie melden Ihren Fall online an (5 Minuten).
- Die Claim Company prüft Ihren Anspruch und nimmt Kontakt zur Airline auf.
- Bei Ablehnung: Die Claim Company leitet Schlichtung oder Klage ein.
- Bei Erfolg: Sie erhalten Ihren Anteil — abzüglich der Provision.
Vorteile
- Kein Kostenrisiko — kein Erfolg, keine Provision
- Minimaler Aufwand für Sie (oft nur 5–10 Minuten)
- Erfahrene Spezialisten mit hoher Erfolgsquote
- Inklusive Klage bei hartnäckigen Airlines
Nachteile
- Provision von 25–35% (zzgl. MwSt.) der Entschädigung
- Weniger persönliche Kontrolle über das Verfahren
- Auszahlungsdauer kann variieren
Option 3: Anwalt einschalten
Ein spezialisierter Anwalt für Reiserecht kann bei komplexen Fällen der beste Weg sein — besonders wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, die die Kosten übernimmt.
Vorteile
- Individuelle Rechtsberatung für komplexe Sachverhalte
- Bei Rechtsschutzversicherung: keine Kosten für Sie
- Bei Erfolg vor Gericht: Airline trägt die Anwaltskosten
- Ideal bei Gruppenansprüchen oder hohen Schadensersatzsummen
Nachteile
- Ohne Rechtsschutzversicherung: Kostenrisiko bei Verlust
- Anwaltshonorare schmälern ggf. die Entschädigung
- Aufwändiger als Claim Company (mehr Koordination)
Wann lohnt sich was?
Die richtige Wahl hängt von Ihrer Situation ab. Hier ist eine Entscheidungsmatrix:
Selbst einreichen — wenn:
- Der Fall eindeutig ist (z.B. bekannte technische Probleme, klare Verspätungsdauer)
- Die Airline als kooperativ bekannt ist (Lufthansa, Eurowings zahlen oft direkt)
- Sie Zeit und Nerven haben
- 100% der Entschädigung behalten wollen
Claim Company — wenn:
- Die Airline bekannt unkooperativ ist (Ryanair, Wizz Air)
- Sie wenig Zeit und Nerven haben
- Der Fall komplex ist (mehrstufige Reise, Codeshare)
- Sie kein Kostenrisiko eingehen möchten
Anwalt — wenn:
- Sie eine Rechtsschutzversicherung haben
- Es sich um sehr hohe Beträge handelt (z.B. + Schadensersatz)
- Eine Gruppe von Passagieren betroffen ist
- Komplexe Rechtsfragen zu klären sind
Kosten im Vergleich
| Kriterium | DIY | Claim Company | Anwalt |
|---|---|---|---|
| Kosten bei Erfolg | 0 € | 25–35% Provision | 0 € (Airline zahlt) oder RSV |
| Kosten bei Misserfolg | 0 € | 0 € | Gerichts- + Anwaltskosten |
| Zeitaufwand | Hoch (2–10 h) | Minimal (5–15 min) | Mittel (Briefings etc.) |
| Erfolgsquote | Variiert stark | Hoch (inkl. Klage) | Hoch (Spezialist) |
| Auszahlungsdauer | 4–16 Wochen | 4–24 Wochen | 3–18 Monate |
| Klage möglich? | Ja (selbst) | Ja (inklusive) | Ja (Kernkompetenz) |
Rechenbeispiel: Entschädigung 600 €
- DIY: 600 € (aber nur wenn erfolgreich — mit Aufwand und Unsicherheit)
- ClaimWinger (30%): rund 420 € für Sie — ohne Risiko und ohne eigenen Aufwand
- Anwalt (mit RSV): 600 € für Sie — RSV zahlt Anwalt
- Anwalt (ohne RSV, Sieg): 600 € für Sie — Airline zahlt Anwaltskosten
Häufige Fragen (FAQ)
Wie viel verlangen Claim Companies?
Am Markt sind 25–35% üblich. Bei ClaimWinger gilt in den deutschen Inhalten eine feste Erfolgsprovision von 30%, sodass bei 600 € Entschädigung rund 420 € für Sie bleiben. Kein Erfolg = keine Provision.
Kann ich meine Anwaltskosten von der Airline zurückbekommen?
Ja, bei einem Gerichtssieg trägt die Airline die Anwaltskosten nach dem RVG. Ohne Rechtsschutzversicherung tragen Sie das Risiko, falls Sie verlieren.
Wann sollte ich einen Anwalt statt einer Claim Company nutzen?
Vor allem wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung haben oder bei besonders komplexen Fällen (Gruppenansprüche, sehr hohe Schadenssummen, Codeshare-Fragen).
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